Zollgebühren DDP / DAP — Vollständige Anleitung
Den DDP / DAP-Auswahl im Checkout für europäische Shops mit Nicht-EU-Versand installieren, konfigurieren und nutzen: Gebührenberechnung, Sätze pro Land, De-minimis-Grenzen und Incoterm-Hinweise.
Übersicht und Voraussetzungen
Das Modul Zollgebühren DDP / DAP ist für in der Europäischen Union ansässige Shops gedacht, die in Nicht-EU-Länder versenden. Sobald die Lieferadresse das EU-Zollgebiet verlässt, erscheint im Versand-Schritt des Checkouts ein Auswahlblock: Der Kunde entscheidet, ob er Zollgebühren und Einfuhrabgaben sofort mit seiner Bestellung (DDP) oder bei der Zustellung an den Versanddienstleister (DAP) bezahlt.
- Kompatibel mit PrestaShop 8.0 bis 9.x, Classic-Theme und abgeleiteten Themes.
- PHP 7.4 bis 8.3.
- Multistore und Mehrwährung: Die Gebühren werden in der Warenkorbwährung berechnet.
- Mehrsprachig (FR/EN/ES/DE/IT, plus PT mitgeliefert).
- Keine Datei-Overrides: ausschließlich native Hooks.
Das Modul berechnet nicht die tatsächlichen Abgaben beim Zoll: Es wendet Ihr Tarifschema (Prozentsatz, Pauschalgebühren, Freigrenzen) an, um eine verlässliche Schätzung für den Kunden zu erzeugen. Im DDP-Modus wird dieser Betrag im Shop berechnet; anschließend müssen Sie mit einem DDP-Service Ihres Versanddienstleisters versenden.
Installation
Installieren Sie das Modul wie jedes PrestaShop-Modul:
- Laden Sie das Archiv
dfcustomsduty.zipaus Ihrem Kundenkonto herunter. - Gehen Sie im Back-Office zu Module > Modul-Manager.
- Klicken Sie auf Modul hochladen und legen Sie das Archiv ab.
- Klicken Sie nach der Installation auf Konfigurieren.
Bei der Installation registriert das Modul seine Hooks, erstellt seine Tabellen (Auswahl-Tracking pro Warenkorb, Persistenz pro Bestellung, Sätze pro Land) und legt automatisch ein verstecktes virtuelles Produkt „Zollgebühren und Einfuhrabgaben (DDP)“ an, steuerfrei und ohne Lagerbestand bestellbar. Dieses Produkt erscheint nie im Katalog: Es dient nur als Abrechnungsträger, wenn der Kunde den DDP-Modus wählt.
Der Standardsatz beträgt nach der Installation 0 %. Solange er nicht konfiguriert ist (globaler Satz oder Satz pro Land), wird keine Gebühr berechnet und der Auswahlblock erscheint nicht. Das ist beabsichtigt, um Ihren Kunden keinen willkürlichen Satz zu berechnen.
Allgemeine Konfiguration
Die Konfigurationsseite bündelt die Tarif- und Anzeigeeinstellungen:
- Modul aktivieren: globaler Schalter.
- Im Checkout vorausgewählter Modus: DDP (empfohlen) oder DAP. Dies ist die standardmäßig markierte Option, bis der Kunde eine Wahl trifft.
- Standardsatz (%): Prozentsatz auf den Bestellwert zur Schätzung von Zöllen + Einfuhrumsatzsteuer. Wird fallweise durch die Sätze pro Land überschrieben.
- Bearbeitungspauschale: fester Betrag, der zur Berechnung hinzugefügt wird, in der Standardwährung des Shops, ohne Steuern.
- Freigrenze (De-minimis): Unterhalb dieses Bestellwerts wird keine Gebühr berechnet. 0 = keine Grenze.
- Versandkosten in die Berechnungsbasis einbeziehen: Der Zollwert (CIF) umfasst in der Regel den Transport.
- Hinweis im Warenkorb anzeigen: informiert den Kunden vorab, dass eine Nicht-EU-Lieferung Gebühren verursacht.
- Länder des EU-Zollgebiets (ISO-Codes): kommagetrennte Liste. Jede Lieferung in ein Land, das nicht in dieser Liste steht, wird als Nicht-EU behandelt.
Standardmäßig enthält die EU-Liste die 27 Mitgliedstaaten plus Monaco (in Zollunion mit Frankreich). Sie können sie frei anpassen, zum Beispiel um bestimmte Sondersteuergebiete getrennt zu behandeln.
Berechnungsbasis und Formel
Die geschätzten Gebühren werden wie folgt berechnet, in der Warenkorbwährung und steuerfrei:
Basis = Produktsumme netto (ohne das Gebührenprodukt)
+ Versand netto (wenn die Option aktiviert ist)
Gebühr = Basis × Ländersatz(%) + Pauschalgebühr
Die Freigrenze wird zuerst geprüft: Liegt die Basis unter der anwendbaren Grenze (Ländergrenze, falls definiert, sonst globale Grenze), wird keine Gebühr berechnet. Pauschalgebühren und Grenzen, in der Standardwährung des Shops gespeichert, werden automatisch in die Warenkorbwährung umgerechnet.
Sätze pro Zielland
Unter den allgemeinen Einstellungen ermöglicht das Formular „Ländersatz hinzufügen / bearbeiten“ die Feinabstimmung des Tarifs Ziel für Ziel:
- Zielland: aus der Länderliste des Shops ausgewählt.
- Satz (%): ersetzt den globalen Satz für dieses Land.
- Pauschalgebühr: länderspezifische Bearbeitungsgebühr.
- Freigrenze: spezifische De-minimis-Grenze. Lassen Sie 0, um die globale Grenze zu verwenden.
Gespeicherte Sätze erscheinen in einer Übersichtstabelle unter dem Formular, in der jede Zeile gelöscht werden kann. Ein Land ohne dedizierten Satz verwendet automatisch die globalen Werte.
Häufiges Beispiel: Geben Sie für die USA eine Freigrenze von 800 ein, um das De-minimis von 800 USD abzubilden. Für die Schweiz oder Großbritannien legen Sie den Satz und die Grenze gemäß ihren Einfuhrregeln fest.
Kundenerlebnis im Checkout
Wenn die Lieferung außerhalb der EU erfolgt und ein Tarif gilt, sieht der Kunde im Versand-Schritt zwei Optionen:
DDP-Modus — jetzt bezahlen
Das Gebührenprodukt wird mit einem dynamisch berechneten Preis in den Warenkorb gelegt. Der Betrag fügt sich in die Bestellsummen ein, erscheint auf der Rechnung und den nativen E-Mails, und der Kunde muss bei der Zustellung nichts mehr bezahlen. Es ist das Erlebnis, das einem Inlandskauf am nächsten kommt.
DAP-Modus — bei Zustellung bezahlen
Der Bestellung wird keine Gebühr hinzugefügt, aber eine klare Schätzung wird angezeigt und der Kunde wird gewarnt, dass der Versanddienstleister ihm vor der Übergabe des Pakets Zölle, Steuern und etwaige Bearbeitungsgebühren in Rechnung stellt. Der Hinweis erscheint anschließend auf seiner Bestellung und seiner Rechnung.
Der Optionswechsel erfolgt sofort: Warenkorb und Summen werden per AJAX neu berechnet, und der Checkout-Fortschritt bleibt erhalten (der Kunde bleibt im Versand-Schritt).
Nachverfolgung bei Bestellung und Rechnung
Bei der Bestellbestätigung werden der gewählte Modus, der Betrag und das Zielland erfasst. Diese Informationen sind anschließend sichtbar:
- in der Bestelldetailansicht des Kunden, mit einem klaren Hinweis darauf, was bezahlt wurde oder offen bleibt;
- auf der Bestellseite im Back-Office, über ein DDP- oder DAP-Badge mit Betrag und Ziel;
- auf der PDF-Rechnung, mit dem entsprechenden Incoterm-Hinweis (DDP: Abgaben bei Bestellung bezahlt; DAP: Abgaben vom Empfänger zu tragen).
Übersetzungen
Alle sichtbaren Texte (Checkout-Block, Warenkorbhinweis, Bestelldetails, Back-Office, Rechnungshinweise) sind übersetzt. Das Modul wird mit Übersetzungsdateien für Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch, Italienisch und Portugiesisch geliefert. Sie können jeden Text auch über Erweiterte Einstellungen > Übersetzungen > Modulübersetzungen im Back-Office anpassen.
FAQ und Fehlerbehebung
Der Auswahlblock erscheint nicht
Prüfen Sie drei Punkte: Das Modul ist aktiviert, die Lieferadresse liegt tatsächlich außerhalb des konfigurierten EU-Zollgebiets, und ein Tarif ergibt einen Betrag größer als null (globaler oder Ländersatz gesetzt, Basis über der Freigrenze). Solange der Satz bei 0 % ohne Pauschalgebühren bleibt, erscheint kein Block.
Der Betrag erscheint in Mehrwährung falsch
Pauschalgebühren und Grenzen werden in der Standardwährung des Shops eingegeben und dann anhand Ihrer Wechselkurse in die Warenkorbwährung umgerechnet. Stellen Sie sicher, dass Ihre Währungsumrechnungskurse aktuell sind.
Erscheint das Produkt „Zollgebühren“ in meinem Katalog?
Nein. Es wird mit der Sichtbarkeit „nirgendwo“ erstellt und nur als interner Abrechnungsträger im DDP-Modus verwendet. Löschen Sie es nicht manuell: Die Deinstallation erledigt das sauber.
Muss ich unter DDP anders versenden?
Ja. Unter DDP haben Sie die Abgaben beim Kunden eingezogen: Sie müssen daher einen DDP-Versandservice bei Ihrem Versanddienstleister oder Spediteur wählen, der Ihnen die tatsächlich entrichteten Abgaben weiterberechnet. Das Modul übernimmt Einzug und Information, nicht die Zollanmeldung selbst.
Was passiert bei der Deinstallation?
Die Deinstallation entfernt die Hooks, die Konfigurationsvariablen, die Modultabellen und das virtuelle Gebührenprodukt. Es bleiben keine Restdaten in der Datenbank.